40 Jahre Wohnstättenwerk

Viele Menschen fanden hier ein Zuhause

Das Wohnstättenwerk für Menschen mit Beeinträchtigung

Die Gemeinde Dreieinigkeit begründete im letzten Jahrhundert ein bis heute tragendes Konzept: Menschen mit und ohne Behinderungen leben auf einem Gelände rund um die Kirche zusammen.
1975 hatte der damalige Pfarrer Alfred Noll gemeinsam mit anderen Menschen die Idee zur Gründung des Wohnstättenwerkes. Sie hatten verstanden, dass es gute Orte für Menschen mit Beeinträchtigungen geben muss.
Geplant wurde die ganze Anlage der Wohnhäuser an der Lipschitzallee von dem Architekten Reinhold Barwich.
Bis dahin gab es nur wenige Ansätze, wie Menschen mit Unterstützungsbedarf gut und angemessen leben konnten. Große „Anstalten“ im damaligen Bundesgebiet und der ehemaligen DDR„versorgten“ eher, als dass dort Menschen gefördert wurden.
Viele Menschen, die im Wohnstättenwerk ihr Zuhause fanden, kamen aus ihren Elternhäusern oder aus der Karl-Bonnhoeffer-Nervenklinik. Sie lebten dort über viele Jahre auf Langzeitstationen und ohne Perspektive.
In der Lipschitzallee dagegen kamen sie in Wohngemeinschaften, in Betreutes Einzelwohnen und in die „Trainingsstufe“, die auf selbstständiges Wohnen vorbereiten wollte. Die damals 45 Bewohner*innen wurden in ihrem alltäglichen Hilfebedarf durch – aus heutiger Sicht sehr wenige – Mitarbeitende unterstützt.

 

Heute bietet das Wohnstättenwerk für 147 Menschen Marco Reckmannin den Bezirken Neukölln, Tempelhof, Adlershof, Köpenick und Alt-Glienicke eine Tagesstruktur von Beschäftigung, Förderung und Betreuung – darunter auch Müttern und Väter mit geistiger Beeinträchtigung und ihren Kindern. 87 Mitarbeitende, zumeist pädagogisch ausgebildete Fachkräfte, begleiten die Bewohner*innen. Ein aktiver Bewohnerbeirat unterstützt die Mitarbeitenden und weist auf Probleme hin, die dann gemeinsam bearbeitet werden.
Die Menschen mit Beeinträchtigungen wohnen oft viele Jahre im Wohnstättenwerk. Für sie ist es längst ein „Zuhause“ geworden. Sie kennen sich aus, auch im Sozialraum, und sind oftmals auch den Gemeindegliedern gut bekannt. Sie sind Teil der Gemeinde: im Gottesdienst, im Gemeindebeirat, bei Festen oder auch in verschiedenen Gemeindekreisen.
 
Sabine Spiegelberg
Fachbereichsleitung Behindertenhilfe