Mein Mai - erste Mai-Grüße

Mein Mai - erste Mai-Grüße


# Mein Mai
Veröffentlicht von Karin Singha-Gnauck am Donnerstag, 7. Mai 2020, 09:39 Uhr
© Frau Hüther

Die ersten Mai-Grüße sind bei uns eingetroffen. 

Hier eine kleine Kostprobe für Sie:

Frau Hüther und Frau Leidig senden Grüße aus dem Britzer Garten:


Frau August hat für uns ein Gedicht von Theodor Fontane aufgeschrieben: 

Tröste dich, die Stunden eilen,
Und was all dich drücken mag,
Auch die schlimmste kann nicht weilen,
Und es kommt ein andrer Tag.

In dem ew'gen Kommen, Schwinden,
Wie der Schmerz liegt auch das Glück,
Und auch heitre Bilder finden
Ihren Weg zu dir zurück.

Harre, hoffe. Nicht vergebens
zählest du der Stunden Schlag:
Wechsel ist das Los des Lebens,
Und - es kommt ein andrer Tag.                   

Trixi Graebener hat dankenswerter Weise das Rezept ihrer Maibowle mit dem Foto vom Waldmeister geschickt:                       

Am späten Vormittag ca. 20-30 Stängel Waldmeister ohne Blüten pflücken und im Schatten trocknen lassen. (Nur der welke Waldmeister ist aromatisch.) Abends die Stiele zum Bündel schnüren.

In einem Bowlengefäß zwei Flaschen Weißwein, zwei gestrichene Esslöffel Zucker und zwei Schnapsgläschen Orangenlikör mischen. Da hinein den Waldmeister so hängen, dass alle Blätter bedeckt sind, die offenen Stielenden aber nicht in der Flüssigkeit sind (aus den Enden zieht sonst zu viel blutverdünnendes Cumarin aus).

Über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Morgen die Bowle gut kühlen, dann kann sie abends mit ein oder zwei Flaschen Sekt (oder Mineral- wasser) aufgegossen und genossen werden.

Frau Hannelore Guckes schrieb uns aus ihrer Erinnerung:

Nun ist er herangerauschet der Wonnemonat Mai.
Ich erinnere mich gerade an meine Kindheit in Nordhessen.
Dort war es üblich in der Frühe des 1. Mai eine ausgedehnte Maiwanderung zu machen. Die Verpflegung wurde in einem Rucksack mitgeführt. Manchmal ging es schon um 5 Uhr los.

Oder die vielen eingefangenen Maikäfer. Es war ein richtiger Wettbewerb: Wer hatte die meisten in seinem Schuhkarton.

Und ich erinnere mich an eine wunderbar duftende Heckenrosenart – wir nannten sie „Jesu Mai“.
Das Wunder dieses kleinen Strauches war: nicht die Blüten dufteten, sondern die Blätter verströmten ein betäubendes Aroma.

Man könnte noch die Maibowle, die Maischolle, den Maibaum und den Mai Regen, der Segen bringen soll, nennen und sicher noch viel mehr.

Ich beende meine „Maiausflüge“ mit der 1. Strophe eines Gedichtes von Nikolaus Lenau:
Der Postillion
Lieblich war die Maiennacht,
Silberwölkchen flogen,
ob der holden Frühlingspracht
freudig hingezogen.