Titel 2010
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Gedanken zur Einweihung des Zentrums Dreieinigkeit

Nun ist es bald soweit! Unser Umbau steht kurz vor der baulichen Vollendung. Vieles können wir am 19. Juni schon einweihen – die neue Küsterei, das Gartenzimmer, die Küche, das Foyer – einige Bauabschnitte, insbesondere der sog. „Bürotrakt”, zu dem das künftige Verwaltungsbüro des Wohnstättenwerkes gehört, werden im Laufe der nächsten Monate noch folgen. Aber es wird sein wie bei jedem Hausbau: eigentlich ist man nie so richtig fertig! Es gibt immer was zu tun, zu verändern, zu verbessern. Und das ist gut so! Wir bleiben auf dem Weg! Schon jetzt spüren wir, wie lebens- und arbeitsfreundlich unsere neu gestalteten Räume geworden sind: da ist Licht, da wird die Natur des Gartenbereiches endlich sichtbar, da sind die Wege kurz, da begegnet man sich ständig und freut sich übereinander, da ist humane Funktionalität. Alles ist irgendwie wie in einem Baukasten und durchdacht bis ins kleinste Detail. Sicher auch Geschmackssache – wie alles im Leben. Da kann man sich zurückziehen und wieder in die Gemeinschaft treten. Und – vor allem: ein neuer Geist ist damit in die Räume eingezogen, sie atmen Spiritualität (Spiritualität meint im christlichen Sinn den „Geist Gottes”) und ziehen so förmlich hinein in den Kirchraum. Nicht nur allein zu Sonn- und Festtagen. Wie weit war er doch früher weg, unser Kirchraum! Jetzt lädt er ein, ihn weiter zu erobern.

Die Planungsphase war lang, bald fünf Jahre, aber ich möchte sie nicht missen. Ein wichtiges Wort lautet: „Die Wahrheit entsteht im Gespräch”. Wir haben geredet, aber auch gerungen und gestritten und am Ende waren wir uns (fast) immer einig, hatten ein gutes Ergebnis, mit dem jeder in unsrer Runde leben konnte. Die Runde, die sog. „AG-Umbau”, das sind Sabine Krekeler und Matthias Sichau, Petra Reh, Hans Marien, Brenda Sorg, Karsten Böhm, Christel Bungenstock-Siemon, Pfarrerin Karin Singha und ich. Dazu das Architektenpaar Rose Zeiger und Raimund Knappheide. Gabriele Fichtenhofer hat als Gemeindeberaterin unser Gespräch auf ausgezeichnete Weise moderiert. Dafür sei auch ihr herzlich Dank gesagt. In diesem Kreis haben wir das Miteinander von Gemeinde und Diakonie schon mal vorab erprobt, sind füreinander sensibler geworden und aneinander gewachsen. Es ist hier eine Keimzelle unserer gesamten gemeindlich-diakonischen Arbeit entstanden, aus der noch viele geistige Impulse hervorgehen werden. Dank sei auch unserem Gemeindekirchenrat ausgesprochen, der uns mit viel Vertrauen zur Seite stand. Und so manches Gemeindemitglied, das eher skeptisch auf das Neue schaute, ist inzwischen auch begeistert von dem, was da entstanden ist. Nun wollen wir unsere Vision vom „Zentrum Dreieinigkeit” mit Leben füllen. Kommen Sie doch einfach mal vorbei, um herein zu schauen, einen Kaffee zu trinken und mit uns ins Gespräch zu kommen.

Unser Zentrum mit der Kirche wird künftig offener sein. Ich kann verstehen, warum geschlossene Kirchen so tief enttäuschen. Verschlossene Türen haben etwas Abweisendes. Man fürchtet nicht zu Unrecht Vandalismus und Verunreinigung. Aber in einer anderen Stadt fand ich einmal einen Zettel neben dem Schaukasten: „Unsere Kirche ist täglich zwischen 11 und 12 Uhr geöffnet.” Und daneben war noch ein zweiter Zettel: „Wir würden unsere Kirche gerne länger offen halten, wenn sich Menschen finden, die bereit sind, stundenweise die Aufsicht zu übernehmen.” – Die Aufsicht übernehmen und so dazu helfen, dass Gottes Haus allen offen steht – wäre das nicht eine schöne Aufgabe?

„Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause, als wohnen in der Gottlosen Hütten”, sagt der Psalmbeter (84, 11). In unsere Welt und Zeit übersetzt: „Ich will lieber in Gottes Haus, im ‚Zentrum Dreieinigkeit’ sein, dort Aufsicht führen, mitplanen und mitarbeiten im Café, in Gemeinschaft sein mit Menschen, mit und ohne Behinderungen, als meine Zeit mit dürftigen Freizeitprogrammen totschlagen oder darauf warten, dass mir zu Hause die Decke auf den Kopf fällt!”

So können wir alle dabei helfen, dass das Haus Gottes einladend und offen steht für alle, die in Gottes Nähe Ruhe, Schutz, Erquickung und neue Energie suchen.

Pfarrer Thomas Spiegelberg

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